Tag des offenen Denkmals
Am 13. September steht das Oelzweig-Haus offen
Sonntag, 11 bis 17 Uhr · Kurfürstenallee 8, Bremen-Schwachhausen · Eintritt frei, keine Anmeldung
Wir zeigen das ganze Haus, alle Etagen: die Gesellschaftsräume, die ehemaligen Schlafzimmer der Familie Mundhenke, welche heute unsere Bibliothek sind, und den Raum, in dem wir als Freimaurer arbeiten — den Tempel, wie wir unser Heiligstes nennen.
Durch das Haus führen wir alle 30 Minuten. Ergänzend oder alternativ läuft durchgängig ein Film über die Geschichte des Oelzweig-Hauses.
Es sind den ganzen Tag Brüder da. Fragen Sie, was Sie wollen.
Anfahrt: vom Hauptbahnhof mit Bus 24 oder Straßenbahn 1 in unter 15 Minuten. Am Haus ist ein Parkplatz, weitere Plätze gibt es in der Umgebung.
Das Haus
Eine Villa von 1911 an der Kurfürstenallee, seit 2013 Baudenkmal. Seit 1956 arbeitet hier die Johannis-Loge „Zum Oelzweig“, gestiftet 1788.
Gebaut wurde die Villa 1911 nach Plänen von Hans und Heinrich Lassen, den Garten legte Friedrich Gildemeister an. Bauherr war Gustav Louis Mundhenke, ein Bremer Fassfabrikant. Zwei seitliche Erker, Balkone, ein Walmdach — ein zeittypisches großbürgerliches Wohnhaus aus den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg.
Der Eingang damals und heute. Links eine Aufnahme aus der Zeit der Familie Mundhenke.
Unter Schutz steht das Haus nicht allein wegen seiner Architektur. Das Landesamt für Denkmalpflege begründet die Eintragung so:
Die Villa besitzt ein bemerkenswertes Inventar an Erinnerungsstücken und Dokumenten aus der langen Geschichte der Loge und ist somit ein bedeutendes Dokument der Geschichte der Freimaurerei in Bremen. Landesamt für Denkmalpflege Bremen, Objekt 3480
Erhalten wird das Denkmal nicht von allein. Dafür gibt es den Förderverein zur Erhaltung von Kulturgut: Er unterstützt die Denkmalpflege des Logenhauses und organisiert unter anderem am Tag des offenen Denkmals die Besichtigungen. Wer das Haus erhalten helfen will, kann das dort tun, ohne der Loge anzugehören.
Das Denkmal ist also nicht nur das Gebäude. Wer das Haus verstehen will, muss wissen, wer darin arbeitet.
Der Film
Ein Film über die Geschichte des Oelzweig-Hauses, gedreht von Jörg Karaschewsky. Am 13. September läuft er durchgehend in einem eigenen Raum.
Wer in diesem Haus arbeitet
In diesem Haus arbeitet eine Bruderschaft: Männer aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen, die sich Brüder nennen und gemeinsam an den Themen unserer Zeit arbeiten.
Es ist die Johannis-Loge „Zum Oelzweig“, gestiftet 1788 in Bremen und seit 1956 in diesem Haus. Sie gehört zur Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland. „Bruder“ ist dabei der übliche Name, kein Rang.
Was hier geschieht, ist Arbeit an der eigenen Person — mit Ritualen, Symbolen und Allegorien: feste Handlungen und alte Bilder, die wir christlich deuten und auf das eigene Leben anwenden. Das ist keine Veranstaltung, zu der man sich anmeldet, und nichts, was in einem Wochenende abgeschlossen wäre.